Migräne

Viele Menschen leiden unter anfallartigen, immer wieder auftretenden pulsierenden Kopfschmerzen. Meist beginnen die Schmerzen einseitig und breiten sich dann langsam aus. Dieser als Migräne bezeichneter Kopfschmerz tritt hauptsächlich zwischen dem 10. und 50. Lebensjahr auf. Personen, in deren Familie Migräne vorkommt, sind häufiger betroffen.

Im Vorstadium eines Migräneanfalls kommt es zur Verengung der Blutgefäße im Gehirn, anschließend erweitern sich die Gefäße. Dadurch werden Schmerzrezeptoren aktiviert, die den Kopfschmerz hervorrufen. Die Auslöser für die Gefäßverengung und –erweiterung sind noch nicht bekannt. Der Serotoninspiegel spielt in diesem Prozeß jedoch eine Rolle. Serotonin ist eine chemische Substanz, die für die Nervenzellenkommunikation verantwortlich ist. Es sind aber eine Reihe Faktoren bekannt, die einen Migräneanfall verursachen oder begünstigen können, jedoch individuell verschieden sind: Streß, Alkohol, Schokolade, bestimmte Käsearten, körperliche Belastung, Menstruation, Antibabypille oder grelles Licht.

Oft kündigen sich Migräneanfälle vorher an: Es treten Sehstörungen wie farbige Blitze oder Gesichtsfeldausfälle, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, sowie Kribbeln oder Schwäche in Arm oder Bein auf. Vereinzelt kann es auch zu Depressionen kommen. Migräneanfälle können sich in regelmäßigen, kurzen Abständen wiederholen, aber auch für Wochen, Monate oder Jahre ausbleiben.

Klassisch wird der Migräneanfall mit Schmerzmitteln und Mitteln gegen Übelkeit und Brechreiz (sog. Antiemetika) behandelt. Sollten diese nicht ausreichen, gibt es noch spezielle Migränemittel, sog. Triptane und Mutterkornalkaloide. In jedem Fall sollte der Erkrankte sich Ruhe und Entspannung gönnen und bei Lichtempfindlichkeit den Raum abdunkeln.

Viele alternative Verfahren sind bei Migräne sehr erfolgreich. Hierbei stehen als Behandlungsprinzipien die Behandlung der Gefäßerweiterung, die Entsäuerung des Organismus und die Muskelentspannung der Halswirbelsäule im Vordergrund. Eine direkte Schmerzbehandlung findet mittels Akupunktur statt.

Die Gefäßerweiterung läßt sich hervorragend über Kneipp`sche Anwendungen behandeln. Hier kommen ansteigendes Armbad, Wechselarmbad oder Wechselarmguß in Frage. Auch ein ansteigendes Fußbad zieht durch Mehrdurchblutung in den unteren Extremitäten das Blut aus dem Kopf. Wassertreten, Wechselduschen und Trockenbürsten sind durchblutungsfördernde Maßnahmen, die zur Dauertherapie und Vorbeugung von jedem Migräneerkrankten regelmäßig durchgeführt werden sollten. Badezusätze wie Melisse und Rosmarin haben hier zudem eine beruhigende und durchblutungsfördernde Wirkung.

 

Migränepatienten sollten sorgfältig auf ihre Ernährung achten. Hier ist eine laktovegetabile (Vollwertkost mit Verzicht auf Fleisch und Fisch) und basenreiche Kost (z. B. Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Karotten, Milch, Kefir, Apfel, Banane, getrock. Feigen) zu empfehlen. Auf Nikotin, Kaffee und schwarzen Tee sollte verzichtet werden. Heilfasten zeigt ebenfalls gute Erfolge. Eine Heilfastenkur sollte jedoch unbedingt unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden, da es zu Beginn des Fastens zum Migräneanfall kommen kann.

Zur Muskelentspannung sind warme Nackengüsse, Massage der Halswirbelsäule und Schulterregion sowie Neuraltherapie zu empfehlen. Durch Entspannungsübungen kann der Patient selbst in Form von autogenem Training, Muskelrelaxation nach Jacobsen, Yoga, Qi Gong oder Tai Chi zur Anfallsvorbeugung beitragen.

Die Akupunktur erzielt sowohl in der akuten Phase als auch vorbeugend sehr gute Erfolge. Bereits durch eine einmalige Behandlung läßt sich ein Migräneanfall beenden. Zur Prophylaxe sind mehrere Behandlungen in zunächst wöchentlichen, später größeren Abständen notwendig. Die Akupunktur kann zudem nicht nur allein die Schmerzen, sondern auch Übelkeit und Erbrechen behandeln. Magnesium, pflanzliche Arzneimittel und homöopathische Mittel unterstützen die Migränebehandlung zusätzlich.

 

Dr. med. Sabine Eversheim

Fachärztin für Allgemeinmedizin • Ärztin für Naturheilverfahren • Ärztin für Akupunktur • Reisemedizin

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